Bienenpost drei

Hallo liebe Bienenfreunde! Nach einem schwarmfangreichen Mai standen die letzten Wochen ganz im Zeichen der ersten Honigernte der Saison. Stolz dürfen wir euch unseren Presshonig aus der Frühtracht präsentieren. Außerdem möchte ich an den letzten Newsletter anknüpfen und erzählen, wie es nach dem Schwärmen mit den Bienen weitergeht.

Liebe Grüße,
eure Susanna

Das Schwärmen geht weiter...
Es ist ein toller Moment, wenn mit einem Mal 20.000 Bienen aus der Bienenbeute sprudeln. Mitten drin die Königin. Ein paar Drohnen dürfen auch mit ins große Abenteuer aufbrechen. Ansonsten besteht der Schwarm aus Arbeiterinnen. Stell dir das mal vor: 20.000 Arbeiterinnen und eine einzige Königin

Die letzte Bienenpost endete mit einer Frage: Welche Arbeiterinnen schwärmen? Eher die Jungen? Die Alten? Vielleicht eine Kombination aus beidem? Die richtige Antwort lautet, dass eher die jungen Bienen schwärmen. Einige wenige ältere Arbeiterinnen kommen aber mit, um als Scouts und Späher den Schwarm bei der Suche nach einem neuen Zuhause zu unterstützen.

Als erstes legt der Schwarm jedoch einen Zwischenstopp in der Nähe ein. Im günstigsten Fall lassen sich die ersten Bienen an einem Ast von einem Baum oder einem Strauch nieder. Der Rest folgt, sodass sich eine wunderschöne Traube bildet. (Ein Bild dazu habe ich dir im letzten Newsletter mitgeschickt.)
Vielleicht fragst du dich, ob ein Bienenschwarm eigentlich gefährlich werden kann. So viele Bienen auf einem Haufen sind schließlich ganz schön eindrücklich. Trotzdem muss man keine Angst vor ihnen haben. Die Bienen sind so friedlich, dass man sich in den Schwarm stellen kann, ohne gestochen zu werden. Auch wenn sie schon eine Traube an einem Ast gebildet haben, geht überhaupt keine Gefahr von ihnen aus. Versetze dich mal in ihre Lage: Sie haben ihr sicheres Zuhause für eine unsichere Zukunft aufgegeben. Sie sind so sehr mit der Suche nach einer neuen Bleibe beschäftigt, die ihr Überleben sichert, dass ihnen alles andere egal ist.

Deswegen kommen jetzt die älteren Arbeiterinnen ins Spiel, die mitgeschwärmt sind. Sie fliegen los und kundschaften die Umgebung nach möglichen Unterkünften für den Schwarm aus (deswegen nennt man sie auch Kundschafterbienen). Sie sind dabei durchaus wählerisch: die neue „Bienenbeute“ muss bestimmte Vorgaben erfüllen. Das fängt bei der Größe des Fluglochs an und hört beim Volumen der Behausung auf.

Nach ihren Erkundungsflügen berichten die Kundschafterbienen den anderen Bienen, was sie gefunden haben. Das machen sie, indem sie auf der Traube sozusagen kleine Tänze aufführen. Die beste Option wird von einem Trupp Bienen erneut besucht und beurteilt. Wenn sie sich einig sind, ein gutes neues Zuhause gefunden zu haben, macht sich der Schwarm auf den Weg dorthin. Sobald er in die neue Unterkunft eingezogen ist, fangen die ersten Bienen an, Wachsplättchen auszuschwitzen. Das dadurch entstehende Wachs bildet den Grundstein für das Wabenwerk – und der Aufbau eines neuen Staates kann beginnen.

Nur leider ist es so, dass unsere Honigbienen so gut wie gar nicht in der Natur überleben können. Sie müssen von Imkern betreut werden. Deswegen ist es so wichtig, dass der Schwarm eingefangen wird (am besten, wenn er noch im Traubenstatus an einem Ast hängt).