Honig, oder Honig?


Der heutige Honig ist meistens geschleudert, die Erfindung der Honigschleuder um 1865 veränderte auch die Imkerei. Statt wie ursprünglich den Honig aus dem Wald zu holen, also wilden Völkern zu entnehmen und dadurch die Bienenkolonie zu zerstören und das Volk zu töten (Zeidelei), hält der Imker heute seine Völker in sogenannten Beuten. 

Diese Imkerei ist ertragsorientiert, Bienen werden zumeist in stapelbaren Bienenbeuten mit genormten Größen gehalten. Diese Beuten haben sogenannte Honigräume, der Honig wird zwei.-, manchmal sogar dreimal im Jahr "geerntet". Der komplette Honig wird vom modernen Imker entnommen und durch Zuckerwasser oder Zuckersirup ersetzt. Die Waben in diesen Rähmchen aus den Honigräumen werden ausgeschleudert. Die Wabenstruktur bleibt erhalten, die Rähmchen inklusive Wabe kann wieder in die Beute gegeben werden, das Volk bleibt natürlich am Leben.

 

Unsere Bienen müssen sich ihre Waben nach der Entnahme neu bauen, was zunächst nach Ausbeutung klingt, ist aber für die Biene ein natürlicher Trieb.
Wir entnehmen die Honigwaben komplett um dann den Honig zu pressen, statt zu schleudern. Beim Pressvorgang wird die Wabenstruktur natürlich komplett zerstört, es ergibt eine breiige Masse aus Honig, Wachs und Pollen. Diese wird gefiltert und abgefüllt. Untersuchungen aus dem Jahre 2016 haben ergeben, dass der Nährstoffgehalt von gepresstem Honig (Gesamtkohlenhydrate, Gesamtlipide, Gesamtproteine, Flavonoide und Ascorbinsäure) sowie der Anteil von Mineralien (K, Ca, Mg, Na, Fe, Li, Zn) in gepresstem Honig deutlich höher liegt. Die Menge an Pollen in gepressten Honigproben war 5,6-fach höher als in geschleuderten Proben.

 

Da der Honig direkt nach der Pressung in Gläser abgefüllt wird, können sich Konsistenz oder Farbe während der Lagerung ändern. Das bedeutet aber keine Änderung der geschmacklichen Qualität.